Studie zu Corona-Medikament startet

Kepler Universitätsklinikum als Schnittstelle zwischen Forschung und Versorgung

Das Kepler-Universitätsklinikum wird zu einer Schwerpunkteinrichtung für medizinische Forschung © Kepler Universitäts Klinikum
Das Kepler-Universitätsklinikum wird zu einer Schwerpunkteinrichtung für medizinische Forschung © Kepler Universitäts Klinikum

28.07.2020

Das Kepler Universitätsklinikum ist eines jener weltweit 16 Spitäler, an dem ein vom Oberösterreicher Josef Penninger mitentwickelter Wirkstoff zur Behandlung von COVID-19 zum Einsatz kommt. Der Wirkstoff wird schwer erkrankten Corona-Patienten intravenös verabreicht und soll die Erkrankungsdauer und den Verlauf günstig beeinflussen.

Das Kepler Universitätsklinikum hat in der Corona-Krise eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung eines Medikamentes übernommen. Der weltbekannte Genetiker Josef Penninger entwickelte den Wirkstoff „APN01“. Das vielversprechende Arzneimittel kommt im Rahmen einer klinischen Studie bei schwer kranken Patienten zum Einsatz. Damit wird das KUK seinem Auftrag als Schnittstelle zwischen Forschung und medizinischer Versorgung gerecht.

„Wir freuen uns, dass es als junges Universitätsklinikum gelungen ist, an dieser Studie teilnehmen zu können. Das spricht für die Qualität des KUK und für die wissenschaftliche Etablierung unseres Hauses. Wir sind stolz darauf, an dieser weltweiten Studie mitwirken zu können“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander, Mag. Dr. Franz Harnoncourt und Primar Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht.

„Der Wirkstoff APN01 wurde bereits Anfang der 2000er Jahre gegen die Coronaviren SARS und MERS entwickelt. Ein Einsatz blieb damals jedoch aus, weil diese Epidemien vergleichsweise rasch ein Ende fanden“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum, auf dessen Abteilung an COVID-19 erkrankte Patienten behandelt werden.

APN01 wirkt auf zweifache Weise. „Zum einen verhindert der Wirkstoff das Andocken des Virus an die sogenannten ACE2-Rezeptoren und soll dadurch das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern. Diese Rezeptoren, die dem Corona-Virus als Eintrittspforte dienen, befinden sich besonders im Bereich der Atemwege aber auch im Magen-Darm-Trakt. Prinzipiell gilt, je weniger Viren in menschliche Zellen eindringen und sich dadurch vermehren können, desto einfacher ist es für das Immunsystem, den Angriff abzuwehren“, sagt Prim. Lamprecht. „Zum anderen reduziert APN01 schädliche Entzündungsprozesse in der Lunge und schützt vor akutem Lungenversagen.“

Die Studie wird rund 200 Patienten in Dänemark, Deutschland, England und Österreich umfassen. „Die Patienten erhalten 7 Tage lang täglich zwei Infusionen mit dem Wirkstoff APN01. Für die Studie infrage kommen Menschen im Alter zwischen 35 und 80 Jahren, die eine niedrige Sauerstoffsättigung bzw. – wenn sie jünger als 65 Jahre sind – eine Begleiterkrankung haben.“ Für die Mediziner ist das Testmedikament besonders interessant, weil es – im Gegensatz zu anderen verfügbaren Therapieoptionen – ausschließlich für die Bekämpfung des Corona-Virus entwickelt wurde.

„Es freut uns besonders, dass wir im Kepler Universitätsklinikum mit die Ersten sein werden, die dieses Medikament testen können. Das beweist eindrucksvoll, wie wir in der medizinischen Versorgung der oberösterreichischen Bevölkerung von der Kompetenz und Vernetzung eines Universitätsklinikums profitieren können. Als Oberösterreicher freut es uns, dass im Linzer Universitätsklinikum ein Wirkstoff getestet wird, der von einem großartigen Wissenschafter aus dem Innviertel mitentwickelt wurde. Das zeigt einmal mehr, dass das Uniklinikum eine treibende Kraft in der spitzenmedizinischen Versorgung darstellt.“  So Mag. Dr. Franz Harnoncourt, Geschäftsführer der OÖ Gesundheitsholding und der Kepler Universitätsklinikum GmbH

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