Innovation erleichtert Orthopädie und Patienten das Leben

Neues Verfahren aus Oberösterreich macht 3D-Scannen im orthopädischen Bereich schneller, genauer und einfacher

3D-Scannen für die Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln wird für Patienten und Orthopädietechniker einfacher
3D-Scannen für die Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln wird für Patienten und Orthopädietechniker einfacher © WAKO GmbH
Markus Moser, Manuel Leitner und Markus Wakolbinger (v.l.n.r.) haben ihr Know-how für dieses neue Verfahren gebündelt
Markus Moser, Manuel Leitner und Markus Wakolbinger (v.l.n.r.) haben ihr Know-how für dieses neue Verfahren gebündelt © WLM

16.04.2019

Mit einem neuen Verfahren will das Waldinger Unternehmen WLM-Dimension OG das 3D-Scannen für die Orthopädie deutlich vereinfachen. Profitieren sollen neben den Orthopädietechnikern vor allem die Patienten. Forschungspartner ist der FH OÖ (Campus Hagenberg). Die Experten der oö. Standortagentur Business Upper Austria begleiten das Projekt mit Patentrecherche und Förderberatung. Das Land OÖ unterstützt über das Programm „easy2research“ mit einer finanziellen Förderung.

Das Gesamtverfahren mit der neuen 3D-Scan-Anwendungssoftware bringt Orthopädietechnikern und Patienten einen enormen Qualitätsgewinn. Kleine Bewegungen des Patienten während des Scanvorgangs, zu starker Lichteinfall oder das Eigengewicht des Scanners beeinflussen derzeit die Ergebnisse negativ. Das will die WLM mit ihrer Entwicklung beseitigen. Das neue Verfahren ist einfach zu bedienen und liefert ein genaueres und schnelleres Ergebnis, das zudem digital dokumentiert wird. Anwendbar soll es bei allen orthopädierelevanten Körperteilen sein, wenn etwa maßgefertigte orthopädische Schuhe oder individuell angepasste Schienen zu produzieren sind.

Benutzerfreundlich und kompatibel
Die Software soll nicht nur für ein bestimmtes Modell eines 3D-Scanners geeignet sein. WLM achtet auf größtmögliche Kompatibilität mit marktüblicher Hardware. Als Scanner soll insbesondere kostengünstige Standardhardware (z.B. günstige Tiefenkameras aus dem Consumer-Bereich) verwendet werden können. Im Gegensatz zur konventionellen Praxis der Softwareentwicklung sollen explizit benutzer- bzw. mensch-zentrierte Gestaltungs- und Entwicklungsprozesse zum Einsatz kommen. Durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit erhoffen sich die Gründer hohe Akzeptanz bei den Orthopädietechnikern.

Weltweit neu am Markt
3D-Druckspezialist Markus Wakolbinger hat die WLM-Dimension OG 2018 gemeinsam mit den beiden Orthopädie-Technikern und -Schuhmachern Manuel Leitner und Markus Moser gegründet. „Unser besonderes Know-how liegt im Bereich der Entwicklung von 3D-Scanerstellungs- und Scanbearbeitungssoftware für die Orthopädietechnik und Orthopädieschuhtechnik“, sagt Wakolbinger, „im Vorfeld haben wir eine umfangreiche Patent-Recherche in Anspruch genommen. Der Ansatz, den wir bei der Produktentwicklung verfolgen, ist derzeit weltweit neu am Markt.“ Bei der Patentrecherche standen die Experten von Business Upper Austria mit ihrem Fachwissen beratend zur Seite.

FH OÖ Campus Hagenberg als Forschungspartner
Das Land OÖ unterstützt im Rahmen des Programms „easy2research“ die Entwicklung mit einer finanziellen Förderung. Bei der Antragstellung standen die Experten der oö. Standortagentur beratend zur Seite. Als Forschungspartner hat die WLM die Fakultät für Informatik, Kommunikation, Medien der FH OÖ in Hagenberg gewonnen. Gemeinsam wurden in Vorgesprächen und Workshops ein neues Scanverfahren und neue Algorithmen skizziert, mit denen das Scannen viel stärker automatisiert und deutlich vereinfacht werden könnte.

Marktreife bis Jahresende
Nun soll das Verfahren als Prototyp einer Anwendungssoftware als Beta-Version realisiert werden. Diese soll den Gesamtprozess vom 3D-Scanning über die Visualisierung und interaktive Nachbearbeitung der 3D-Sensordaten bis zum Export der 3D-Daten für den 3D-Druck softwaretechnisch abdecken. Der Prototyp soll im Mai fertig werden. Nach einer Testphase hofft Wakolbinger, Ende des Jahres mit dem Produkt am Markt zu sein.

Über „easy2research“
Mit dem Förderinstrument „easy2research“ werden oberösterreichische Klein- und Mittelunternehmen bei der Umsetzung ihrer Produkt- und Verfahrensentwicklungen in Zusammenarbeit mit einer Forschungseinrichtung gefördert. Die absolute Förderhöhe beträgt 25.000 Euro. Das projektierte Vorhaben muss im Bereich „Experimentelle Entwicklung“ angesiedelt sein und eine innovative Produkt- und/oder Verfahrensentwicklung mit wesentlichem Neuheitswert zum Ziel haben. Förderbar sind Vorhaben mit einer Dauer von mindestens vier und maximal zwölf Monaten.
Nähere Informationen: Fördertelefon: +43 (0)732 79810 5420

Über die WLM-Dimension OG
WLM steht für die Familiennamen der drei Gründer Wakolbinger, Leitner und Moser.

Markus Wakolbinger ist Gründer und Geschäftsführer der WAKO GmbH in Kirchschlag bei Linz. Diese ist Dienstleister und bietet neben dem Lohndruck auch Komplett-Lösungen im 3D-Druck an. www.wako3d.com

Markus Moser ist Geschäftsführer der Orthovida GmbH, Manuel Leitner Geschäftsführer der Orthovida plus GmbH, zwei in Walding angesiedelten Unternehmen für orthopädische Schuhe und Orthopädietechnik mit Filialen in Steyr, Sattledt und Wien. www.orthovida.at
 


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