Medical.Materials – Smart Materials

Oberösterreichs Medizintechnik-Cluster setzt seine erfolgreiche Veranstaltungsreihe mit einer Fachtagung zum Thema Werkstoffe in der Medizintechnik fort.

Medical.Materials – Smart Materials © Business Upper Austria
Medical.Materials - Smart Materials © Business Upper Austria

26.09.2019

Werkstoffe in der Medizintechnik unterliegen ständigen Veränderungen. Mit innovativen und smarten Materialien wie Metall, Kunststoff, Textil oder Papier erfinden sich die Medizintechnik und ihre Anwendungsgebiete immer wieder neu. Am 19. September nutzten 30 interessierte Teilnehmer aus Wirtschaft und Forschung die „Medical.Materials“ des Medizintechnik-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria, um sich im LIT Open Innovation Center über die neuesten Entwicklungen zu informieren und intensiv mit Experten das Thema „Smart Materials“ zu diskutieren.

In der ersten Veranstaltung zum Thema Materialien – ein gemeinsamer Schwerpunkt der Medizintechnik- und Kunststoff-Cluster – konnte Georg Bauer von der STRATEC Consumables in seiner Keynote viele wertvolle Impulse für die Suche nach der richtigen Nische in der Medizintechnik geben. Wichtig war ihm, dass die Entwicklungen von neuen Technologien nicht dem Selbstzweck dienen dürfen. Der Markt muss sie auch aufnehmen können und wollen. Florian Hartmann vom Soft Materials Lab der JKU konnte anschaulich zeigen, wie weit die engagierten Forscher schon in der Umsetzung ihrer Vision sind, Technologie zu erfinden, die die Trennung zwischen digitaler und biologischer Welt verzerrt. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von den Beispielen aus den Bereichen abbaubarer Elektronik, weiche, dehnbare Batterien und natürlich ganz besonders dem vom Elefanten-inspirierten Aktuator. Das einem Elefantenrüssel-ähnliche Bauteil setzt Signale in Aktionen um und kann z.B. Gegenstände hochheben.


Stabil, smart und innovativ

Viel stabiler ging es dann bei dem Vortrag von Valeska Melde von Heraeus zu. Sie zeigte die Einsatzmöglichkeiten von endformnahem Fertigen hochfester Bauteile mit Hilfe von Amloy –Amorphous Metal Molding auf. Amorphe Metalle werden auch metallische Gläser genannt. Sie sind härter, korrosionsbeständiger und fester, weisen aber gleichzeitig eine höhere Elastizität auf als gewöhnliche kristalline Metalle und werden in der Medizintechnik z.B. für Skalpelle eingesetzt. Was mittlerweile schon in der additiven Fertigung für den medizinischen Einsatz möglich ist, konnte Oliver Brüggemann vom Institut für Chemie der JKU anhand von einer Vielzahl von Beispielen plastisch zeigen. Besonders in Erinnerung bleiben wird der Prototyp eines Herzens aus menschlichem Gewebe mit Blutgefäßen – in der Dimension eines Hasenherzes. Viel dünner war dann das nächste vorgestellte Material. Barbara Sikic von EPI-TEC stellte Indikatortools auf Papierbasis vor, deren gedruckte Sensorik z.B. Glukose, Ketokörper oder Bakterien aus Blut, Harn oder Speichel herauslesen können. Zum Abschluss gab Hannes Fachberger von PROFACTOR noch einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen von smarten Textilien. Spannend war die Vorstellung einer Art medizinischen Pflasters für Diabetiker, welches mit eingearbeiteten Nadeln die Haut durchdringen, den Glukosespiegel auslesen und automatisch entsprechend Insulin zuführen könnte.

Zum Abschluss wurde am Buffet noch lange diskutiert und die kurzen Wege zu den Fachinstituten für spontane Ortwechsel und Vorführungen im kleinen Kreis genutzt. Einhellig wurde der Wunsch geäußert, dass die Thematik Medical Materials zukünftig eine Plattform im MTC erhält. Deshalb freuen sich die Experten schon auf die nächste Medical.Materials am 21.10.2020.

Möglich wurde diese Veranstaltung durch das Engagement von Sponsoren, ganz besonders Alphacam, Collin, Greiner Bio One und Wild. Dank gebührt auch der JKU und dem LIT OIC für ihre Gastfreundschaft.


Foto: Dipl.-Betriebswirtin (FH) Frauke Wurmböck, MBA

Dipl.-Betriebswirtin (FH) Frauke Wurmböck, MBA

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