Oberösterreich auf dem Weg zum Hotspot für Medizintechnik

Neuer Inkubator für MedTech-Start-ups

© Land OÖ/Vanessa Ehrengruber
Raphael Friedl, Geschäftsführer tech2b Inkubator GmbH, Klaus Grübl, Gründer Pansatori GmbH, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Nora Mack, Managerin Medizintechnik-Cluster der Business Upper Austria und Fabian Lichtenstein, Gründer blockhealth GmbH © Land OÖ/Vanessa Ehrengruber

20.05.2021

„Digitale Technologien treiben den Zukunftsmarkt der Medizintechnik voran. Durch Bündelung von Kernkompetenzen der IT und den Wissenstransfer in die Medizintechnik entstehen neue Produkte, Projekte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Oberösterreich hat das klare Ziel, auch zu einem Hotspot in der Medizintechnik zu werden. Im Handlungsfeld ‚Systeme und Technologien für den Menschen‘, einem der vier Schwerpunkte der OÖ. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030, wird ein Fokus auf Digital Health gelegt. Die Medizintechnik-Branche umfasst in Oberösterreich bereits mehr als 60 Unternehmen mit rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese Unternehmen erzielen insgesamt einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro pro Jahr“, verweist Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner auf die Bedeutung dieser Branche in unserem Bundesland.

„Da im Bereich Medizintechnik die Innovation besonders im Vordergrund steht, kommen hier auch Start-ups eine entsprechende Bedeutung zu. Daher haben wir für dieses Zukunftsfeld im Rahmen unseres High-Tech-Inkubators tech2b einen eigenen MedTech-Inkubator ins Leben gerufen. In Kooperation mit dem Medizintechnik-Cluster (MTC) unserer OÖ. Standortagentur Business Upper Austria wurde ein auf den besonderen Bedarf dieser Branche abgestimmtes Gründungsprogramm entwickelt. Ganz im Sinne des Grundsatzes ‚Innovation durch Kooperation‘ hat sich dieses Pilotprojekt als Erfolg erwiesen und wird nunmehr zu einem fixen Angebot von tech2b. Damit soll der Medizintechnik-Standorts OÖ weiter gestärkt werden“, unterstreicht Landesrat Achleitner.

Die Standortrelevanz von Medizin-Technik-Start-ups & Spin-Offs spiegelt sich auch in den Generalzielen der oö. Initiative MED UP – Medical Upper Austria mit den inhaltlichen Schwerpunkten Medizintechnik (Medical Engineering), Digital Health und Medical Materials wider.

„Die Entwicklung von Produktinnovationen und neuen medizintechnischen Lösungen ist eine herausfordernde Aufgabe. Durch eine gezielte Förderung von Start-ups und Spin-offs in der Medizintechnikbranche wird daher nicht nur die Zukunft der medizinischen Versorgung gestaltet, sondern wir tragen damit auch wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg dieser Branche und damit des gesamten Wirtschaftsstandorts OÖ bei“, erläutert Landesrat Achleitner.

„Was den Standort Oberösterreich so auszeichnet, ist das hervorragende Netzwerk der Innovation, das von Dienstleistungsorganisationen wie uns, zwischen Wissenschaft, Industrie und Medizin/ Gesundheitswesen gesponnen wird. Das sorgt nicht nur für überdurchschnittlich viele Hightech-Ideen, es beschleunigt und sichert auch den Erfolg oberösterreichischer Start-ups“, betont tech2b-Geschäftsführer Raphael Friedl.

„Digital Health ist einer der Themenschwerpunkte des Medizintechnik-Clusters. Gemeinsam mit Unternehmen sowie mit Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen soll die Digitalisierung in der Medizintechnik noch stärker in den Fokus gerückt werden. Das Ziel ist, durch Kooperationsprojekte und Initiativen mehr Bewusstsein für das Thema ‚Digital Health‘ zu schaffen und somit den Medizintechnikstandort Oberösterreich weiter auszubauen und zu stärken. Mit dem Kepler Universitätsklinikum, den Ordensspitälern, Fachhochschulen und der Medizinischen Fakultät in Linz können wir für unsere Kooperationsprojekte außerdem auf Top-Partner aus Lehre und Forschung zurückgreifen“, erklärt Medizintechnik-Cluster-Managerin Nora Mack.


Erfolgsbilanz des MedTech-Inkubator-Pilotprogramms

„Für Start-ups & Spin-offs in der Medizin-Technik gibt es besondere Anforderungen und Herausforderungen. Darauf wurde das tech2b-Inkubationsprogramm für die Gründungsphase von MedTech-Start-ups entsprechend angepasst. Denn es braucht ein maßgeschneidertes Programm für all jene Gründer und Gründerinnen, die ein Medizinprodukt auf den Markt bringen wollen. Denn wir wollen, dass sich möglichst viele Gründungen in der Wachstumsbranche Digital Health erfolgreich behaupten können“, unterstreicht Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Die Pilotphase des MedTech-Inkubators hat eine klare Erfolgsbilanz gebracht

  • Rund 30 Erstgespräche
  • 13 Start-ups wurden in das Programm aufgenommen (grundsätzlich nimmt tech2b rund 40 Start-ups im Jahr auf - das zeigt den hohen Anteil an MedTech-Gründungen)
  • 7 Patentanmeldungen
  • 5 gelaunchte Produkte
  • 6 gegründete Unternehmen
  • Darüber hinaus kamen 1,8 Mio. Euro Forschungsförderung und 1,1 Mio. private Finanzierungen/Investments zustande
  • Zwei Anträge beim FTI Gründerfonds OÖ (Investitionen durch das Land OÖ) wurden bewilligt und eine Übernahme durchgeführt.

„Die 30 Erstgespräche und Bewerbungen für dieses Gründungsprogramm zeigen nicht nur das große Interesse, sondern bestätigen auch den Bedarf an einem branchenspezifischen Gründungsprogramm im Bereich MedTech/Digital Health. Die sieben Patentanmeldungen sowie die Realisierung derselben in bereits fünf auf den Markt gebrachten Produkten zeigen die große Innovationskraft und die erhöhte Realisierungswahrscheinlichkeit von innovativen Ideen in diesem Bereich durch die Unterstützung im Rahmen unseres Gründungsprogrammes. Das führt nicht nur zu neuen, innovativen Produkten am Standort OÖ, sondern auch zu neuen Unternehmen, die auch Arbeitsplätze in Oberösterreich schaffen“, hebt Landesrat Achleitner hervor.

„Unser umfangreiches Leistungsangebot ermöglicht Teams professionelle Unterstützung zu erhalten. Für besonders herausfordernde MedTech-Gründungen haben wir sogar einen eigenen Schwerpunkt gesetzt. Von der Frühphase bis zum Marktwachstum sind wir mit unserem Expertenteam und dem MTC top aufgestellt“, berichtet tech2b Geschäftsführer Raphael Friedl.

Zu den sechs bereits gegründeten Unternehmen aus dem MedTech-Inkubator OÖ zählen die blockhealth GmbH mit dem Produkt Vivellio und die Pansatori GmbH mit dem Produkt ForgTin.


„Vivellio“ - blockhealth GmbH aus Linz

Vivellio ist ein digitales Gesundheitsmanagementsystem, das nicht nur das Management eigener Gesundheitsdaten wie Impfungen, Befunde, Medikamente oder Vorsorgeuntersuchungen mittels App ermöglicht, sondern auch die Arzt-Patienten-Kommunikation maßgeblich für beide Seiten vereinfacht. Das Produkt weist bereits 20.000 Nutzer/innen auf.

„Die Kombination aus Vernetzung mit Branchenexperten aus dem Medizin- und Gesundheitsbereich, die individuelle Betreuung durch Mentoren und Gründungsberatern von tech2b, das Angebot an branchenspezifischen Trainings und Seminare sowie die Förderung durch finanzielle Mittel haben einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von Vivellio geleistet. Der MedTech-Inkubator hält ein überragendes Gesamtpaket für alle Situationen eines Start-ups bereit“, erzählt der Gründer und Geschäftsführer der blockhealth GmbH, Fabian Lichtenstein.
 

„ForgTin“ - Pansatori GmbH aus Braunau

Die Pansatori GmbH aus Braunau ist ein oö. Med Tech Start-up, das sich einer weltweit einzigartigen Entwicklung, der nicht invasiven Form der Tinnitus Heilung verschrieben hat. ForgTin® ist ein patentiertes Medizinprodukt, das Menschen mit Tinnitus hilft wieder Stille zu erleben. Der multifunktionale Bügel ist einfach anzuwenden und reduziert Ohrgeräusche effektiv und nachhaltig.

„Die überaus professionelle Betreuung und Beratung eines überaus engagierten und zusätzlich ausschließlich netten Teams ist es zu verdanken, dass wir es als Start-up in einer unglaublich kurzen Zeitspanne geschafft haben, von der Idee zu einem produktiven medizintechnisch und regulatorisch fitten Unternehmen zu werden. Herzlichen Dank dafür, und weiter so“, berichtet Pansatori GmbH-Gründer und -Geschäftsführer Klaus Grübl.


MedTech-Inkubator OÖ künftig fixer Bestandteil des tech2b-Leistungsangebots

Die Einreichung für den MedTech-Inkubator ist derzeit geöffnet: Einreichung für alle MedTech-Start-ups und -Spin-offs aus Oberösterreich bis Samstag, 26. Juni 2021, möglich. Alle Infos zum Programm unter: https://www.tech2b.at/gruendungsberatung-medtech

Der MedTech-Inkubator OÖ wird weiterhin in Kooperation von tech2b und MTC umgesetzt. Die Kooperationspartner haben im Sinne des Leitsatzes „Innovation durch Kooperation“ gezeigt, dass eine Zusammenarbeit und Bündelung bestehender Kompetenzen in OÖ erfolgreich realisiert werden kann. Ziel ist es die Zusammenarbeit in Zukunft weiter auszubauen, um zusätzliche Synergien zu schaffen und als qualifizierter Ansprechpartner für die MedTech-Inkubation in Oberösterreich zur Verfügung zu stehen.

„Mit der Fortführung des MedTech-Inkubators und der damit verbundenen Investition in den Medizintechnik-Standort OÖ werden Unternehmensgründungen in dieser Branche gezielt unterstützt. Damit werden langfristig Rückflüsse generiert und der Wirtschaftsstandort OÖ insgesamt gestärkt“, betont Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

„Zusatzleistungen für MedTech Start-ups/Spin-offs bilden nicht nur die Grundlage bzw. Voraussetzung für eine branchenspezifische Gründungsberatung, sie erhöhen auch die Realisierungswahrscheinlichkeit des Markteintritts medizintechnischer Lösungen“, erklärt tech2b-Geschäftsführer Raphael Friedl.

„Die Weiterführung des MedTech-Inkubators setzt auf die gezielte Förderung der Zulassung und Realisierung von medizintechnischen Lösungen. Die Nutzung von Synergien und bestehender Stärken der OÖ. Forschungs- und Entwicklungslandschaft sowie der Industrie spielen hierbei auch eine zentrale Rolle. Fokussiert wird auch die Beratung zu regulatorischen Anforderungen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen in einem nationalen wie auch internationalen Kontext“, so Medizintechnik-Cluster-Managerin Nora Mack.
 

YouTube-Video: MedTech-Inkubator


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Foto von Nora Mack

Nora Mack, MSc MBA BSc

Cluster-Managerin Medizintechnik-Cluster

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